ITALIANO   DEUTSCH
Allgemein
Themen-Hotels
Unterhaltung
Wo + Wetter
Ausgewählte Hotel- und Unterkunft-Tipps in Südtirol   › hier klicken

  Der Südtiroler Alpenapfel

„Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern“. Dieses alte englische Sprichwort kannten schon unsere Vorfahren und es hat bis heute nichts an Aktualität verloren. Früher verließ man sich auf seine Gefühle, mit wissenschaftlichen Erklärungen hatte man nicht viel am Hut. Die heutige Forschung bestätigt, dass der Apfel heilende und gesunde Eigenschaften besitzt. Die Äpfel sind ein wahres Geschenk der Natur. Sie regen die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit an und fördern dank der Ballaststoffe die Verdauung. Besonders erwähnenswert ist der Gehalt an Vitamin C. Ein mittelgroßer Apfel enthält ein Viertel unseres Tagesbedarfes an diesem Vitamin. Zudem haben Äpfel wenig Kalorien, nämlich 55kcal pro 100 Gramm. 
 
Geschichtlicher Rückblick

Auch wenn der Obstanbau in Südtirol bis in die zwanziger Jahre eher bescheiden war, kann man seine Geschichte bis in die Zeit Karls des Großen zurückverfolgen.
Der Südtiroler AlpenapfelGrund für die kleinen Anbauflächen war das sumpfige Etschtal, das erst in den zwanziger Jahren urbar gemacht wurde. Nun konnte man auch in den Talsohlen Obstbäume pflanzen, die Stammhöhen bis zu acht Meter und Kronenvolumen bis 30 Meter Durchmesser erreichten. Da die Bäume aus Samen gezogen wurden, brachten sie erst nach acht bis zehn Jahren Erträge. Ab diesem Zeitpunkt ging es mit der Entwicklung des typischen Südtiroler Apfels rasant voran.

 
Das Anbaugebiet
 

Heute erstreckt sich der Südtiroler Obstbau als geschlossenes Anbaugebiet längs der Etsch auf einer Länge von rund 100 Kilometern und einer Breite von zwei bis drei Kilometern. Die Meereshöhe der Anbauflächen schwankt zwischen 1000 Meter im Vinschgau und 220 Metern bei Salurn. Einige kleinere Gebiete befinden sich im Eisacktal. Die klimatischen Voraussetzungen für den Apfelanbau sind in unserem Land ideal. Warme Tage, kühle Nächte, viel Sonne und wenig Regen verleihen den Südtiroler Äpfeln ihr unverwechselbares Aroma, das feste und doch saftige Fruchtfleisch und die schöne Färbung.

 
Erntemengen

 
Die Erntemengen in Südtiroler haben in den letzten 50 Jahren rasant zugenommen. Lag 1950 die Apfelproduktion noch bei 6300 Waggon (63.000 Tonnen Äpfel) erreichte sie 10 Jahre später 22.000 Waggon und 1980 sogar 45.000 Waggon. In den letzten fünf Jahren betrug die Ernte durchschnittlich 89.000 Waggon. Insgesamt kommt 11% der europäischen Apfelernte aus unserem Land. Exportiert werden pro Jahr zwischen 35 und 55%.
 

Anbauflächen


Integrierte Produktion

 

Bereits 1988 gründete sich in Südtirol eine Arbeitsgruppe für den integrierten Obstbau (AGRIOS). Sie setzt sich aus den Südtiroler Vermarktungsorganisationen, dem Versuchszentrum Laimburg, dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau, der Abteilung Landwirtschaft und den bäuerlichen Interessensverbänden zusammen.

Die Zielsetzung der AGRIOS ist die Erzeugung von Qualitätsobst bei bestmöglichstem Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt. QualitätssiegelNatürliche Pflegemaßnahmen sind zu bevorzugen, um den Einsatz von Chemikalien möglichst gering zu halten. So sollen zum Beispiel Schädlinge an Kulturpflanzen unter der Schadensschwelle gehalten werden, um dabei unerwünschte Nebenwirkungen der Maßnahmen zu minimieren. Dazu tragen ausgeklügelte Fruchtfolgen bei, weiters die geeignete Wahl von Pflanzenart und –sorte, Standort, optimaler Zustand des Bodens sowie der Einsatz von Nützlingen (Biologische Schädlingsbekämpfung). Erst wenn das nicht reicht, kommen chemische Pflanzenschutzmittel zum Einsatz, aber auch nur in der gerade nötigen Menge und zum optimalen Zeitpunkt.

Die sieben Regeln des integrierten Anbaus:

1. Nur gesundes Pflanzenobst darf in unsere Obstgärten.

2. Jede Apfelsorte bekommt ihren optimalen Standort.

3. Unsere Obstgärten – Boden, Bäume und Früchte – werden schonend und umweltbewusst gepflegt.

4. Schädlinge werden soweit wie möglich natürlich bekämpft. Zum Beispiel, indem Marienkäfer gegen Blattläuse, Raubmilben gegen Spinnmilben und viele andere natürliche Gegenspieler der Schädlinge eingesetzt werden. Umweltschonende Mittel werden grundsätzlich vorgezogen.

5. Die Obstbauern sind zum Führen von Betriebsheften verpflichtet, in denen alle Pflegemaßnahmen aufgezeichnet werden.

6. Anbau und Lagerung werden regelmäßig durch Inspektoren der Südtiroler Landesverwaltung kontrolliert.

7. Anbaubetriebe mit unzureichenden Kontrollergebnissen werden rigoros aus dem integrierten Anbau ausgeschlossen.

Äpfel und Birnen, die die Regeln des integrierten Anbaus erfüllen, dürfen mit der Südtirol-Schutzmarke und dem Marienkäfer gekennzeichnet werden.



Sortenvielfalt

Die Beliebtheit des Apfels resultiert aus der großen geschmacklichen Vielfalt der Apfelsorten und ihrer guten Verarbeitungsmöglichkeiten. Die Äpfel zählen zu den ältesten kultivierten Obstarten – weltweit sind über 1000 Edelsorten bekannt. Am Markt haben sich jedoch nur einige Sorten durchgesetzt.

Apfelsorten

Hier nun die wichtigsten Südtiroler Apfelsorten im Überblick:

Braeburn: Sehr fest, knackig, schmeckt süß-säuerlich, saftig. (Herkunft: Lady Hamilton, frei abgeblüht, 1952)

Idared: Besonders schöner Rotton, liegt geschmacklich zwischen süß und feinsäuerlich, saftig. (Kreuzung von Jonathan x Wagner, 1942)

Red Delicious: Hervorragendes Aroma, knackig, im Geschmack auf der süßen Seite, saftig. (Zufallssämling, um 1870)

Granny Smith: Sehr knackig, leicht säuerlich im Geschmack, sehr saftig. (Zufallssämling, 1886 in Sydney entdeckt)

Jonagold: Sehr saftig, typisches Aroma, süß-säuerlich. (Kreuzung von Golden Delicious x Jonathan, 1986)

Morgenduft: Bissfest, im Geschmack leicht säuerlich. (Zufallssämling, Mutation aus Rome Beauty, 1848)

Golden Delicious: Knackig, saftig und süß. (Zufallssämling, um 1890, seit 1914 im Handel)

Pinova: Knackig, sehr fest, liegt geschmacklich zwischen süß und sauer. (Kreuzung von Golden Delicious x Clivia)

Pink Lady: Süßsauer, sehr knackig und ausgeprägtes Aroma. Seine charakteristische Farbe ist rot-rosè. (Kreuzung von Lady Williams x Golden Delicious)

Gloster: Saftig, säuerlich, jedoch mit mildem Aroma. (Kreuzung von Richard Delicious x Glockenapfel, 1969)

Royal Gala: Fest, knackig und mit süßlichem Aroma. (Kreuzung von Kidds Orange x Golden Delicious, 1960)

Summerred: Fest, saftig und süß-säuerlich. (Kreuzung von Mc. Intosh x Golden Delicious, 1964)

Fuji: Knackig, bissfest, sehr saftig und süß. (Kreuzung von Ralls Janet x Delicious, 1958)

Winesap: Fest, süß-säuerlich, aber sehr saftig. (Zufallssämling aus Winter-Winesap, 1875)


 


HOTELS

Hoteltipp1

Hoteltipp2

Hoteltipp3

Hoteltipp4

Hoteltipp5

Hoteltipp6