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Weingebiet Tramin Typische Südtiroler Weine

Vernatsch, Gewürztraminer und Lagrein - diese drei Rebsorten prägen ganz besonders die Südtiroler Reblandschaft. Es sind die drei Rebsorten, die hier in Südtirol ihre Heimat haben. Und es sind die drei Rebsorten, die eine sehr wechselvolle Geschichte hinter sich haben. Noch eines haben alle drei gemeinsam: In den letzten Jahren erleben sie einen noch nie da gewesenen Aufschwung. Wir stellen diese drei "echten Südtiroler" unter den Rebsorten vor:



DER SÜDTIROLER LAGREIN

Die Südtiroler Rebsorte mit dem unverwechselbaren Charakter
Der Lagrein ist, neben dem Vernatsch, der einzige "echte" Südtiroler Rotwein. Er ist wahrscheinlich die älteste autochthone, einheimische Rebsorte überhaupt, und damit eine besondere Südtiroler Spezialität, die es sonst - mit Ausnahme der Nachbarprovinz Trient - nirgendwo gibt. Nachweislich wird der Lagrein seit über 600 Jahren in Südtirol angebaut. Bereits Kaiser Karl IV. erwähnt in seiner Weinordnung um 1370 den "Lagreiner" als einen der "pesten Poczner" (Bozner) Weine. Und 1526 fordert der Bauernführer Michael Gaismayr zum verstärkten Anbau der Sorte und zu ihrer Verarbeitung zu Rotwein auf.

Der vollmundige und farbstoffreiche Lagrein war in Südtirol bis in die Achtziger- Jahre des vergangenen Jahrhunderts besonders als Verschnittwein sehr geschätzt. Eine Tradition, die sich bis heute erhalten hat, denken wir nur an den bekannten St. Magdalener, der in der Regel ein Verschnitt von Vernatsch und bis zu zehn Prozent Lagrein ist.

Kein Südtiroler Wein hat aber in den letzten Jahren einen derartigen Wandel erlebt wie der Lagrein. Der Lagrein ist als typische Südtiroler Rebsorte mit unverwechselbarem Charakter wiederentdeckt worden. Gute Weine mit internationalen Rebsorten machen andere auch. Ein großer Lagrein aber wächst nur in Südtirols Weinbergen.

Internationale Erfolge
Sorgfältiger Anbau in den richtigen Lagen, reduzierte Erntemengen und vor allem der Einsatz von Barriques beim Ausbau dieses Weines haben dem Lagrein plötzlich völlig neue Konturen gegeben. Erfolge bei internationalen Verkostungen haben dies in den letzten Jahren immer wieder bestätigt. Endgültig in den italienischen Weinolymp aufgestiegen ist der Lagrein aber 1997. Der führende italienische Weinführer "Gambero Rosso/Sloow food - Vini d'Italia" zeichnete zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Südtiroler Lagrein mit seinen begehrten "Drei Gläsern" aus. Seither geht es Schlag auf Schlag.

Die Lagrein - Lagen
Am besten gedeiht der Lagrein in den warmen Ebenen in und um den Bozner Ortsteil Gries, auf den tiefgründigen und gut durchlüfteten Geröll- und Schuttböden von Talfer und Eisack. In der Landeshauptstadt befinden sich auch über fünfzig Prozent der Südtiroler Lagrein-Anbauflächen. Ein zweites, kleineres Anbaugebiet des Lagrein liegt auf den Flussschotterböden in und um den alten Dorfkern von Auer. Weiters ist die Sorte in den warmen Lagen des Unterlandes anzutreffen.

Lagrein dunkel - Lagrein Kretzer
Den Lagrein ist ein vielseitiger Wein. Es gibt ihn gleich in zwei verschiedenen Weintypen, als Südtiroler Lagrein oder Lagrein Dunkel und als Südtiroler Lagrein Kretzer.

Der Lagrein Kretzer ist die Rosé-Version, wie ein Weißwein verarbeitet und schon einige Monate nach der Ernte genussreif - ein süffig-spritziger, frischer und jugendlicher Wein. Der Lagrein Dunkel dagegen ist die klassische Rotweinversion. Ein intensiv rubin- bis granatroter Wein mit stark ausgeprägter Persönlichkeit und kraftvoll-eleganter Frucht, Fülle und Struktur. Von Natur aus zeichnet sich der Lagrein durch reichen Extraktgehalt und intensive Fruchtkomponenten aus. Der Säuregehalt ist eher niedrig, die Gerbstoffe samtig und ausgeprägt. Gerade diese Zusammensetzung kommt der Reifung im Barriquefaß entgegen. Der vernünftig dosierte Einsatz des kleinen Eichenfasses gibt dem Lagrein zarte Tannine, die in Verbindung mit dem geschmeidigen, kraftvollen Grundton eine außergewöhnliche Fülle und Harmonie ergeben.

Der Lagrein - ein Porträt

Farbe:
Lagrein Dunkel: rubin- bis dunkelgranatrot mit leicht violetten Tönen in der Jugend Lagrein Kretzer: leuchtend, blaßrosa- bis hellrubinrot.

Geruch und Geschmack:
Der Lagrein Dunkel ist ein körperreicher, kräftiger Wein mit angenehmem, sortentypischem Bukett, dem leichten Duft von Veilchen, Vanille und dunklen Waldbeeren, herb-fruchtig im Gaumen, gehaltvoll und geschmeidig mit einem feinen, samtigen Aroma und weichen Gerbstoffen, mit Eleganz und Konzentration. Der Lagrein Kretzer ist frisch und fruchtig, angenehm zart mit feinen Duftnoten, lebhaft, spritzig und anregend.

Lagerfähigkeit:
Lagrein Kretzer: 1 - 2 Jahre Lagrein Dunkel: 4 - 5 Jahre (gute Jahrgänge auch länger).

Empfehlung:
Der Lagrein Kretzer paßt zu kräftigen Vorspeisen, einer Speckmarende, geräuchertem Fisch oder einfach als Aperitifwein oder angenehmer Begleiter in geselliger Runde. Der Lagrein Dunkel empfiehlt sich zu vielen Gerichten der einheimischen Küche, vorzüglich zu Wild, dunklem Fleisch und pikantem Käse.

Serviertemperatur:
Lagrein Kretzer: 12 - 14° C Lagrein Dunkel : 16 - 18° C


DER SÜDTIROLER VERNATSCH

Ein Wein wie kein anderer
Eine Rebsorte stand im Laufe der Geschichte Südtirols immer ganz besonders im Mittelpunkt, der Vernatsch. Mit ihren verschiedenen Spielarten ist sie die älteste einheimische Rotweinsorte Südtirols und seit jeher die Grundlage der bekanntesten Südtiroler Rotweine. Früher waren Mittervernatsch und Tschaggelevernatsch oder Kleinvernatsch, Grauvernatsch und Kugelevernatsch und wie all die Familienmitglieder heißen, im Weinberg meist im Mischsatz vertreten. In den 50er-Jahren dieses Jahrhunderts begann ein gezielter Anbau des ertragreicheren Groß- oder Edelvernatsch. In den letzten Jahren wurden wieder vermehrt die älteren und nobleren Spielarten neu angebaut.

Die Vernatsch-Lagen - Wo er wächst und gedeiht ...
Die Vernatschrebe bedeckt mit knapp 2.500 Hektar die Hälfte der Rebflächen Südtirols. Auf den Hang- und Hügellagen im Etschtal zwischen Meran und Salurn gedeiht sie genauso wie im Eisacktal zwischen Bozen und Brixen und im unteren und mittleren Vinschgau zwischen Partschins und Kortsch. Auf den traditionellen Pergeln, den schattigen Weinlaubengängen, gezogen, prägt der Vernatsch sehr eindrucksvoll das Südtiroler Landschaftsbild.

Die unterschiedlichen Einzellagen und Bodenverhältnisse und das jeweils wechselnde Klima prägen ganz entscheidend den Vernatschwein und können recht deutliche Geschmacks- und Qualitätsunterschiede hervorbringen. Kein Vernatsch schmeckt wie der andere! Und vor allem, ein Vernatsch ist kein billiger Einheitswein, sondern ein Lagen- und Gebietswein, der zwar eine gemeinsame Rebsorte zur Stammutter hat, sich aber so vielseitig zeigt, wie die Landschaft, in der er heranreift.

Die Vernatsch-Weine - Eine große Familie Keiner schmeckt gleich - Jeder schmeckt anders
Geprägt werden die Vernatsch-Weine von der Natur. Die Kellermeister geben ihnen den jeweils letzten Schliff. Was dabei herauskommt ist eine beeindruckende Vielfalt.

Der St. Magdalener, der Vernatsch, der an den sonnigen Hängen oberhalb Bozens wächst, ist der Kräftigste von allen. Das Dörflein St. Magdalena hat ihm seinen Namen gegeben. Mit einem Anteil von bis zu zehn Prozent Lagrein ist der St. Magdalener ein kraftvoller, edler Rotwein mit viel samtiger Struktur und eleganter Körperfülle.

Der wohl bekannteste Vernatsch-Wein, der Kalterer oder Kalterersee, stammt von den warmen Hügellagen rund um den Kalterer See, inmitten der großen Weinbaugemeinden des Landes. Es ist ein milder, gerbstoffarmer und leichter Wein mit weichem Körper und feinem Mandelduft. Die Zusatzbezeichnung "klassisch" tragen - wie auch beim St. Magdalener - die Qualitäten aus dem engbegrenzten, ursprünglichen Anbaugebiet.

Der Meraner oder Meraner Hügel von den Hängen der Kurstadt Meran ist von zartfruchtiger Art. Das nahezu mediterrane Klima trägt seinen Teil dazu bei. Als "Meraner Kurtrauben" sind die dünnschaligen Vernatschtrauben wesentlicher Bestandteil der Meraner Obstdiät.

Auf den Hügeln, die sich wie ein Gürtel rund um die Landeshauptstadt Bozen legen, gedeiht der Bozner Leiten. Leiten bedeutet Hügel. Der Bozner Leiten ist ein samtig-milder, fruchtiger Wein.

Der Eisacktaler Klausner Leitacher stammt von den kleinen und höhergelegenen Anbauzonen des unteren Eisacktales rund um das Dürerstädtchen Klausen. Das Klima dort ist um einiges kühler als in anderen Vernatsch-Anbaugebieten. Die Weine werden dadurch angenehm spritzig und frisch mit einer rassigen Note.

Eine besondere Vernatschspezialität ist der Südtiroler Grauvernatsch. Er ist ist von feiner Art und wächst nur in besonders geeigneten Gebieten. Der Grauvernatsch ist ein zartblumiger, leicht nach Veilchen duftender Wein.

Da bleibt nur noch der Südtiroler Vernatsch, Markenzeichen und Namen für alle Vernatsch-Weine Südtirols, auch solche, die außerhalb der bekannten Anbauzonen gewachsen sind. Dort, in einigen Kleinlagen mit besonderen Böden und eigenem Kleinklima werden aus der Vernatschrebe angenehm weiche und bekömmliche Weine gekeltert. Der Vinschgau Vernatsch gehört mit zu diesen Raritäten.

Der Vernatsch - ein Porträt

Farbe:
Die Farbe des Vernatsch kann vom hellen, klaren bis zum leuchtenden, kräftigen Rubinrot gehen, mitunter auch mit granatroten Nuancen.

Geruch:
Angenehm frisch und fruchtig mit Duftnoten von Kirschen und Johannisbeeren bis hin zu den typischen, mehr oder weniger stark ausgeprägten Bittermandeltönen und zarten Veilchenaromen.

Geschmack:
Trocken, weich und samtig mit geringem Säure- und Gerbstoffgehalt, ausgeglichen und harmonisch mild bis ausgeprägt, elegant und delikat und doch gleichzeitig von kräftiger Struktur, hinterlässt er mit seinen schmackhaften Charaktereigenschaften im Gaumen angenehme und anregende Empfindungen.

Alle Südtiroler Vernatsch-Weine haben trotz ihrer großen Vielfalt eines gemeinsam: Ihr niedriger Gerbstoffgehalt und ihre angenehme Säure machen den Wein außerordentlich bekömmlich. Wer beim Wein Lust auf leichten, unkomplizierten Genuss hat, liegt beim Vernatsch genau richtig - er hat Lust auf Vernatsch.

Am besten schmeckt der Vernatsch, wenn er noch jung ist. Man trinkt ihn meist im Jahr nach der Lese. Die Trinktemperatur soll zwischen 14 und 16 Grad Celsius, und damit etwas niedriger wie bei anderen Rotweinen, liegen. Und was noch wichtig ist: Der Vernatsch lässt sich wie kaum ein anderer Wein nahezu mit allen Speisen kombinieren und kann zu vielen Gelegenheiten serviert werden.


DER SÜDTIROLER GEWÜRZTRAMINER

Der Wein, der die Welt erobert
Tramin im Südtiroler Unterland hat mit größter Wahrscheinlichkeit bei der Namensgebung Pate gestanden. In früheren Zeiten wurden Reben nämlich sehr häufig nach ihrem Herkunftsort bezeichnet. Ob der bekannte Südtiroler Weinort gleichzeitig aber auch wirklich die Heimat des Gewürztraminers ist, das läßt sich nicht mehr genau zurückverfolgen. Der Sortennachweis in Tramin geht jedenfalls bis ins frühe Mittelalter zurück. Und so lassen sich die Traminer, bis zum Beweis des Gegenteiles, ihren geliebten Gewürztraminer nicht nehmen.

Nicht immer erfuhr der Gewürztraminer die ihm gebührende Aufmerksamkeit. Von sich reden machten Südtiroler Gewürztraminer aber immer schon. Erste Flaschenabfüllungen waren bereits 1893 in Innsbruck und 1894 auf einer Weinmesse im fernen St. Petersburg vertreten. In Tramin selbst findet seit einigen Jahren ein hochkarätig besetztes internationales Gewürztraminer-Symposion statt, bei dem der Gewürztraminer im Mittelpunkt des internationalen Interesses steht, und Gewürztraminer-Weine aus aller Welt zur Verkostung anstehen.

Die Gewürztraminer-Lagen
An die 170 Hektar sind in Südtirol heute mit Gewürztraminer-Rebstöcken bepflanzt. Damit steht die Sorte bei der Weißweinproduktion mit knapp zehn Prozent an vierter Stelle nach Weißburgunder, Chardonnay und Ruländer. Der Gewürztraminer ist im Weinberg sehr anspruchsvoll und gedeiht am besten in luftigen Hanglagen zwischen 250 und 450 Metern Meereshöhe. Dabei bevorzugt die Rebe kalkhaltige, schwere Lehmböden mit viel Sonneneinstrahlung.

Die Hauptanbaugebiete für den Gewürztraminer sind heute das Unterland mit Tramin, Neumarkt und Montan an der Spitze und das Überetsch mit Kaltern und Eppan. Knapp über 140 Hektar gibt es hier unter der DOC-Bezeichnung "Südtiroler Gewürztraminer". Weitere 27 Hektar wachsen in den Eisacktaler Weinbaugemeinden als "Eisacktaler Gewürztraminer". Ein knappes Hektar Gewürztraminer werden zudem in Südtirols jüngstem DOC-Gebiet Vinschgau kultiviert. Größenmäßig ist die Anbaufläche des Gewürztraminers in Südtirol seit Jahren ziemlich konstant und es gibt erst in den letzten Jahren nennenswerte Erweiterungen.

Ein Wein mit Individualität und Eigenwilligkeit
Im Modetrend der vielen leichten, spritzigen Weine war dieser besondere und manchmal fast aufdringlich aromatische Wein nicht immer sehr gefragt. Aufgrund seines ausgeprägten Charakters ist er sicher auch nicht für den Alltagsgebrauch bestimmt. Aber gerade wegen dieser seiner besonderen Individualität und Eigenwilligkeit ist der Gewürztraminer bei Liebhabern und Kennern wieder verstärkt gefragt.

Je nach Boden, Klima, Lage und der Kunst der Kellermeister variiert der Gewürztraminer in seinem Stil, in Geruch und Geschmack von mild über trocken bis süß, von frischen leichten Weinen mit zarten Blütendüften bis hin zu reichen, vollen, üppigen Weinen. Der Südtiroler Gewürztraminer wird meist durchgegoren, also trocken ausgebaut, kann aber mit den neuen DOC-Betsimmungen von 1999 auch halbtrocken ausgebaut werden.

Der Gewürztraminer - ein Porträt

Farbe:
Hellgelb bis strohgelb mit grünlichen Reflexen.

Geruch:
Leicht bis ausgeprägt aromatisch präsentiert sich der Südtiroler Gewürztraminer mit dem feinen Bukett von Rosen, etwas Nelke und Vanille.

Geschmack:
Eigenwillig, meist trocken und kräftig mit feinwürzigem Geschmack, vollmundiger Körper und ausgeprägter Abgang.

Empfehlung:
Südtiroler Gewürztraminer ist ein guter Begleiter zu Schalentieren, Krabben und Hummer, zu Currygerichten, Gänseleberpastete oder Edelschimmelkäse. Er eignet sich aber auch als ausgezeichneter Aperitif- und in seiner halbtrockenen Version als Dessertwein.

Lagerfähigkeit:
Im Normalfall zwei bis drei Jahre, besondere Jahrgänge auch länger.

Trinktemperatur:
11 - 13 ° C.

 


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