Wein
und Weinbau in Südtirol
ATTRAKTIVE KONTRASTE
Hier die bizarre und schneebedeckte Bergwelt der Dolomiten, dort
die malerisch mediterranen Hügellandschaften der Wein- und
Obstgärten. Südtirol - wohl kaum eine andere Region
Europas ist von so attraktiven Kontrasten geprägt. Eine bunte
und vielfältige Kulisse öffnet sich südlich der
Alpen in der nördlichsten Provinz Italiens.
Über 1.500 Meter Meereshöhe liegen zwei Drittel der
Landesfläche. 40 Prozent sind mit Wald bedeckt. Unter 800
Meter Meereshöhe befinden sich nur knappe neun Prozent der
Gesamtfläche des Landes. Und hier wachsen
auf rund 4.900
Hektar Südtirols Weine.
WEINLAND MIT GESCHICHTE UND KULTUR
Von unzähligen Generationen von Weinbauern wurde Südtirol
als
traditionsreiches Weinland mitgestaltet und
geprägt. Funde von Traubensamen bezeugen hier das Heimatrecht
der Rebe schon aus der Eisenzeit. In der reizvollen Landschaft
haben die Reben schon vor Jahrtausenden
ideale Voraussetzungen
gefunden.
Im Norden bilden die Alpen einen schützenden Wall vor kalten
Winden. Von Süden her macht sich der milde meditterane Einfluß
bemerkbar. An die durchschnittlich 1.800 Sonnenstunden sorgen
jährlich mit Temperaturmittelwerten von knapp 18 Grad Celsius
dafür, dass sich die
Weinrebe hier ausgesprochen wohl
fühlt.
Eine gute Verteilung der Niederschlagsmengen sowie lockere, gut
durchlüftetete und leicht erwärmbare Böden - vorwiegend
Kalkböden und Ablagerungen von eiszeitlichen Moränen
und von Flüssen - tragen zur
hohen Traubenqualität
bei.
VON SALURN NACH MERAN, VON BOZEN NACH BRIXEN
Auf den Hang- und Hügellagen im Etschtal zwischen Meran und
Salurn und im Eisacktal zwischen Bozen und Brixen beherrschen
die Weingärten das Landschaftsbild. In der Ebene liegen nur
das Lagrein-Anbaugebiet in und um Gries bei Bozen und das große
Weißweingebiet im Süden des Landes bei Salurn. Seit
einigen Jahren erlebt auch der mittlere und untere Vinschgau als
jüngstes Südtiroler DOC-Gebiet neuen Aufschwung.
In 52 von 116 Gemeinden des Landes wird erwerbsmäßig
Weinbau betrieben. Südtirols Rebgärten sind ein
buntes
Mosaik von 5.000 Einzelbetrieben, in denen über 10.000
Menschen intensiv und oftmals hart arbeiten. 17 Kellereigenossenschaften,
45 Handelskellereien und eine große Anzahl von kleinen Eigenbaukellereien
bemühen sich mit großem Einsatz und Erfolg, das Beste
aus dem ihnen anvertrauten Kapital zu machen.
VIELFALT UND QUALITÄT
Vielfältig wie die Landschaft ist in Südtirol auch das
Rebsortiment. Es ist das Ergebnis des außergewöhnlichen
Zusammenspiels von Klima- und Bodenbeschaffenheit in den unterschiedlichsten
Kleinlagen. Gleich drei wichtige Rebsorten haben ihren Ursprung
und ihre Heimat in Südtirol: der
Vernatsch, der typische
und am meisten verbreitete Südtiroler Rotwein, der
Gewürztraminer,
der inzwischen in aller Welt zu Hause ist sowie der
Lagrein
Dunkel, der Südtiroler Wein mit internationalem Format.
Seit über hundert Jahren werden in Südtirol aber auch
alle anderen wichtigen klassischen Rebsorten angebaut.
Blauburgunder,
Merlot, Cabernet Sauvignon und
Franc fühlen
sich hier genauso heimisch wie die weißen Sorten
Weißburgunder/Pinot
bianco, Chardonnay, Ruländer/Pinot grigio, Silvaner,
Müller-Thurgau, Riesling, Sauvignon, Grüner Veltliner
oder
Kerner. Der beliebte
Rosenmuskateller, eine
weitere Südtiroler Spezialität, sowie der
Goldmuskateller
runden als Süßweine das Bild ab.
65 % ROT - 35 % WEISS
An die 300.000 bis 400.000 Hektoliter Wein werden in Südtirol
jährlich erzeugt.
65 Prozent davon sind Rotweine,
35 Prozent Weißweine. An die 80 Prozent der Rotweine
werden aus den heimischen Vernatsch-Trauben in all ihren Spielarten
produziert. Bie den Weißweinen stehen Weißburgunder
und Chardonnay mit über 50 Prozent Mengenanteil an der Spitze.
Hinzu kommen jährlich an die 200.000 Flaschen
Südtiroler
Qualitätssekt, der aus den Rebsorten Weißburgunder,
Chardonnay und Blauburgunder nach dem klassischen Flaschengärungsverfahren
zu hochwertigem Sekt verarbeitet wird.
DOC - SÜDTIROL
Seit 1963 sind in Südtirol Anbau, Erzeugung und Vermarktung
der Weine unter strengen gesetzlichen Schutz gestellt, unter die
DOC-Regelung (DOC = denominazione di origine controllata - im
deutschen Sprachgebrauch Q.b.A. = Qualitätswein bestimmter
Anbaugebiete).
98,8 Prozent der gesamten Südtiroler Weinbaufläche
stehen heute unter DOC-Schutz. Südtirol steht damit italienweit
an einsamer Spitze.
In acht abgegrenzten DOC-Gebieten tragen eine Vielzahl von Weinen
das Prädikat der ursprungsgeschützten Qualitätsweine.
Die übergeordnete
Bezeichnung "Südtirol" steht
- mit Ausnahme vom "Kalterer" - bei allen Weinen obligatorisch
auf der Etikette.
SÜDTIROLS DOC-GEBIETE:
Kalterer oder Kalterersee: ca. 1.100 Hektar Anbaufläche
Südtirol Meraner: ca. 200 Hektar
Südtirol St. Magdalener: ca. 300 Hektar
Südtirol Eisacktaler: ca. 220 Hektar
Südtirol Terlaner: ca. 150 Hektar
Südtirol Bozner Leiten: ca. 20 Prozent
Südtirol Vinschgau: ca. 50 Hektar
Südtiroler: ca. 2.900 Hektar
SÜDTIROLER SEKT - ein prickelndes Vergnügen
Seit den Anfängen dieses Jahrhunderts wird in Südtirol
Sekt nach dem klassischen Flaschengärungsverfahren hergestellt.
Bei der Bozner Weinkost von 1911 wurde der erste Südtiroler
Sekt als "Überetscher Gold" von der damaligen Überetscher
"Champagnerkellerei" vorgestellt. Ab Mitte der 70er-Jahre begann
die Südtiroler Sektproduktion in größerem Stil.
Pioniere, wie der damalige Terlaner Kellermeister Sebastian Stocker,
haben den Weg bereitet. Die Sektkellerei Haderburg hat 1976 als
erste erwerbsmäßig die Arbeit aufgenommen. Bald darauf
folgte die Sektkellerei Arunda-Vivaldi, auf 1.200 Meter Meereshöhe
in Mölten heute die höchstgelegene Sektkellerei Europas.
Acht Südtiroler Sektproduzenten haben sich in der 1990 gegründeten
Vereinigung der Südtiroler Sekterzeuger zusammengeschlossen,
die seit 1996 Gründungsmitglied des "Istituto Talento Metodo
Classico" ist.
Der Hauptanteil der jährlichen Produktion von circa 200.000
Flaschen Südtiroler Qualitätssekt wird nach dem klassischen
Flaschengärungsverfahren "metodo classico" hergestellt. Für
die Sektgrundweine wird nur ausgewähltes Traubenmaterial
der drei Rebsorten Chardonnay, Weißburgunder und Blauburgunder
mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung (DOC) verwendet. Strenge
Produktionsvorschriften regeln die Gärungsprozesse, die Flaschenlagerung
und den Vorgang der Enthefung (Remuage und Degorgemenet) und der
Verkorkung. Neun Monate sind für die Flaschengärung
gesetzlich vorgeschrieben. Mindestens zwei bis drei Jahre gärt
der junge Sekt in Südtirols Sektkellereien in den Flaschen.
Das trägt mit zur besonderen Qualität des Südtiroler
Qualitätssektes-Talento bei, der besonders durch seine frische,
prickelnd-zarte Feinheit, seine angenehm-trockene Fruchtigkeit
und seine typisch-leichten Hefetöne hervorsticht.
Ein gutes Glas Südtiroler Qualitätssekt das paßt
und schmeckt bei jeder Gelegenheit und zu jedem Anlaß. Da
wird auch der Alltag immer wieder zu einem kleinen Fest in netter
Gemeinschaft. Deshalb: "Prosit und zum Wohl mit einem Glas Südtiroler
Sekt!"